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500 Jahre Reformation
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Freunde und Mitstreiter Martin Luthers

Freunde und Mitstreiter Martin Luthers


 
Von den geistlichen und intellektuellen Unterstützern Martin Luthers sind zwei Persönlichkeiten aus seinem Umfeld besonders hervorzuheben und sollen stellvertretend für weitere Reformationsanhänger näher betrachtet werden. Sie gehörten zum engsten Kreis seiner Mitstreiter und waren rastlos tätig für die erfolgreiche Ausbreitung der reformatorischen Bewegung. Mit unterschiedlichen Gaben und Qualifikationen ausgestattet, dienten sie Gott durch Hingabe an sein Wort und Werk. Es handelt sich um Johannes Bugenhagen  und Justus Jonas.
 
Johannes Bugenhagen
...sagte über sich "von Kindes Jugend an die Heilige Schrift lieb gehabt zu haben". Folgerichtig für ihn lehrte er als Theologe biblische Schriften und Theologie an der Treptower Stadtschule und im Kloster Belbuk. Dort fand sein außergewöhnliches Lehrtalent hohe Anerkennung.


Zum ersten Mal mit einer Schrift Luthers konfrontiert, meinte er allerdings "dass seit Christi Tod kein schädlicherer Ketzer erstanden sei, als der dies Buch gemacht hat". Nach näherer Befassung musste er allerdings bekennen " dieser Mann allein sieht die Wahrheit". Schließlich wurde er in Wittenberg zum akademischen Lehrer berufen. Hier hat er sich vermählt und wurde als Pfarrer an die Stadtkirche und später zum Generalsuperintendenten des Kurkreises berufen. Das hat der Reformation einen bedeutenden Gewinn gebracht. Eine intensive und redliche Freundschaftsbeziehung zu Luther hat sein Wirken geprägt. Er hat seine Ehe eingesegnet, ihm auch in seelsorgerlicher Weise treu zur Seite gestanden und ihn in etlichen Anfechtungen aufgerichtet.


Da es Hilfsersuchen anderer Städte und Länder gab, die Einführung der Reformation zu unterstützen, wurde Bugenhagen von Wittenberg aus entsandt, um verwaltungsseitig Kirchenordnungen zu entwerfen und speziell in Norddeutschland als Organisator des Kirchen- und Schulwesens den reformatorischen Neuanfang für Kultus, Agende und Gottesdienst zu gewährleisten. Ihm kam es dabei besonders darauf an, die Gestaltung des Gottesdienstes konsequent in Form und Inhalt am Evangelium auszurichten. Ferner erstrebte er die Herausbildung eines lebendigen Pfarrerstandes, die Sicherung der Jugenderziehung in den unterschiedlichen Lehreinrichtungen sowie die "Pflege des Armenwesens im Geiste des Evangeliums"- ein Vorläufer des Diakonischen Werkes.
Immer wieder hat er glänzende Berufungen abgelehnt, weil er mit Martin Luther zusammen im Zentrum der Reformation weiter wirken wollte.
Tief erschüttert vom Tod Martin Luthers hielt er ihm eine tränenreiche Abschiedspredigt. Es war ihm eine innere Verpflichtung, sich um Luthers Witwe und seine Kinder zu kümmern.


Die letzten Lebensjahre waren geprägt von äußerer und innerer Not. Zuletzt, als er nicht mehr predigen konnte, blieb er in stiller Fürbitte bei seiner Gemeinde durch tägliches Gebet. Im Leben und Sterben hat er seinen Wahlspruch hochgehalten: "Wenn du Jesus gut kennst, genügt das, auch wenn du anderes nicht kennst. Wenn du Jesus nicht kennst, ist es nichts, was du auch anderes lernen magst."
 
Justus Jonas
...war anders als Bugenhagen zunächst zum Juristen ausgebildet worden. Er hatte seinen Wirkungskreis in Erfurt und gehörte zum dortigen Humanistenkreis. Neben seiner Gelehrsamkeit war er ein talentierter Organisator, was sich in seinem Rektorat an der Universität in Erfurt zeigte.


Gemäß dem Rat von Erasmus von Rotterdam, der zum Erfurter Humanistenzirkel Kontakt pflegte, hat Justus Jonas schließlich noch Theologie studiert. Durch diverse Vorlesungen zum Korintherbrief ist Luther auf ihn aufmerksam geworden. In der Folge gab es eine Zunahme von beiderseitiger Wertschätzung.
Begeistert und ergriffen von Luthers Sache nahm Jonas am so entscheidungsträchtigen Reichstag in Worm teil, indem er Luther sogar entgegeneilte, um in dieser Schicksalsstunde in seiner Nähe zu sein. Dieser Umstand besiegelte eine lebenslange Freundschaft.
Im Jahr 1521 übernahm Jonas das Amt des Stiftsprobstes in Wittenberg. Dabei war er in Luthers Abwesenheit auf der Wartburg darauf bedacht, die radikalen Tendenzen des Reformationsverlaufes deutlich zu dämpfen und auch notwendige Veränderungen zu verzögern. So kritisierte ihn Luther  für seine Zaghaftigkeit bei der Umwandlung der Meßfeier, stand aber dennoch zu ihm, was ihre persönliche Beziehung weiter festigte.


Bei den erforderlichen Arbeiten für die erfolgreiche Umsetzung der Reformation wurde Jonas neben Melanchthon  der wichtigste Mitarbeiter bei der Bibelübersetzung. Unzählige Schriften Luthers hat er ins Deutsche übertragen, allen voran die Bekenntnisschriften.
Wertvolle Dienste leistete er bei der Erstellung von Kirchenordnungen. So war er entscheidend befasst mit der Verfassung der Kirchenordnungen für Sachsen 1530 und Anhalt  1539. Die Befähigung dafür erlangte er unter anderem durch seine Teilnahme an Visitationen (Kirchenkontrollen),  eine Tätigkeit, die dem Juristen sehr entgegenkam. Seine ordnenden Fähigkeiten verbanden sich mit der Hingabe und Begabung des Geistlichen. Jonas predigte eindringlich und präzise und gewann die Menschen durch seine warmherzige Ausstrahlung. Es gelang ihm jedoch erst 1541 nach mühevoller und  rastloser Arbeit Halle für die Reformation zu gewinnen.  Am Sitz des berüchtigten Erzbischofs Albrecht, dem erbittertsten Gegner von Martin Luther war dieser Sieg hart erkämpft worden.
Die Wirren und Belastungen des Schmalkaldischen Krieges haben später Justus Jonas vieles an Flucht und Verzicht abverlangt. Erst 1553 konnte er wieder stetig und erfolgreich arbeiten, da er nach den Zwischenstationen von Coburg, Regensburg und Jena, nunmehr als Superintendent im Coburger Raum tätig war.
Einen unvergesslichen, wenn auch sehr traurigen Höhepunkt erlebte Justus Jonas als Sterbebegleiter Martin Luthers in Eisleben. Den Bericht über Luthers Tod verdanken wir ihm. Er war ihm  mit  den Jahren ein ganz enger Vertrauter geworden.
 
"Am letzten Tage, dem 18. Februar 1546 morgens um drei Uhr bin ich beim seligen Beschluss seines Endes und seiner letzten Stunde gewesen und hab sein des lieben Vaters seliges Bekenntnis gehört."...." Das Heimweh nach seinem liebsten Vater hat ihn nie verlassen".
Jonas selbst hat seinen Freund um neun Jahre überlebt, allerdings in entbehrungsreicher Zeit.
 
 
 
 
Autorin:   Dagmar Quaas 
Bild: (Copyright) Rosi Eißner 2015




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